Die 10 Gebote der BA
- Kateogrie: Allgemein
- 01.12.2010
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Nach zehn Jahren Schulzeit besteht in unserer schönen Republik kein Zwang mehr, sich zu bilden. Ob man eine Ausbildung beginnt oder ein Abitur abschließt und dann eine Universiät besucht – Bildung ist frei, jedenfalls für freie Menschen. Warum lernt man eigentlich in der Schule in erster Linie Montesquies Definition von Freiheit? Der Franzose prägte den Satz “Freiheit heißt, alles tun zu dürfen, was die Gesetze erlauben”. Klangvoll, einprägsam. Dieser Satz verliert schnell seinen Zauber, verfasst man ihn persönlich:
Du bist frei, wenn du das tun darfst, was wir dir erlauben.
Ergo: Du bist frei, wenn du Sklave bist.
Auf diese Weise entwickelt jeder genau die Freiheit, die ihm zusteht, die er sich leisten kann. Alle Menschen sind gleich, nur manche sind eben etwas gleicher als die anderen. Ein kleiner Exkurs in die Realität: Jedem Bundesbürger steht die Chance auf eine universitäre Ausbildung zu. Keine Frage, kann man den passenden Schulabschluss vorweisen, besteht die Möglichkeit, an jeder Bildungseinrichtung des Staates sein Wissen zu vermehren. Voraussetzung dafür ist ein guter IQ, eine schnelle Auffassung und ganz nebenbei der soziale Hintergrund.
Okay, eigentlich ist es egal, in welcher Familie man groß geworden ist. Man muss sich nur die Studiengebühren, Versicherung, Mobilität, Verpflegung, Lehrmittel, Handy und Computer leisten können. Um eventuell vorhandene monetäre Unterschiede zwischen Studenten auszugleichen, gibt es im Sozialstaat das Bundes-Ausbildungs-Förderungs-Gesetz, kurz BAFöG. Anträge auf diesen Zuschuss werden von Beamten im gehobenen Dienst bearbeitet. Diese Personen verdienen im Durchschnitt 2500€, müssen sich also um ihr Auskommen keine Gedanken machen. Das wird der Grund dafür sein, dass sie so langsam sind. Auch muss es sie nicht interessieren, dass, wenn überhaupt etwas davon bei dem Studenten ankommt, die gezahlten Gelder eventuell nicht ausreichen, um das Studium zu finanzieren. Für den Differenzbetrag sind ohnehin die statistisch gesehen immer überdurchschnittlich wohlhabenden Eltern zuständig. In den Semesterferien könnte man sich auch befleißigen, einen Job anzunehmen, um seine Situation zu stabilisieren. Schade nur, wenn weder wohlhabende Eltern noch Semesterferien als Finanzier zur Verfügung stehen und auch das BAFöG-Amt alle Verantwortung von sich weist.
Ein BA-Studium besteht aus direkt aufeinanderfolgenden Theorie- und Praxisphasen. Auf 12 Wochen Theorie folgen 12 Wochen Praxis – in drei Jahren zum Abschluss. Als ich auf meinem Ausbildungsvertrag einen Betrag las, der sich deutlich unter dem Haushaltsgeld eines Hartz IV-Empfängers befindet, stellte sich mir die Frage: Das soll mein Stipendium sein? Nagut, besser als nichts. Begründung seitens des Arbeitgebers: Wenn ich dir mehr bezahle, müssen wir beide Solzialversicherungsabgaben leisten. Du machst eben ein Studium und arbeitest nicht halbtags als Kassierer im Kaufhaus. Klingt nachvollziehbar. Natürlich müssen Studenten in die Sozialversicherung einzahlen. Wenn es sich nicht verhindern lässt, werden Absolventen der Berufsakademien nach erfolgreichem Abschluss zu 95% auch einen Arbeitsplatz finden und viele Jahre nicht von Sozialhilfe abhängig sein. Deshalb liegen die Freibeträge für die Sozialversicherung für Studenten so niedrig. Ein 21-jähriger Audifahrer bezahlt ja auch deutlich weniger für seine Haftpflicht als ein 30 Jahre unfallfreier Fahrer eines Ford Fiesta, oder? Bei Studienbeginn wurden mir die wichtigsten Informationen zum Studium als Gebote vor Augen geführt.
- Es gibt nur ein BA Gesetz. Es ist egal, ob es an anderen Universitäten anders zugeht. Du kannst dich dem Gesetz unterwerfen oder aufgeben.
- Du sollst nicht eine Vorlesung verpassen. Auch nicht, wenn du eine wichtige Prüfung vorbereiten musst. Auch nicht, wenn der Dozent Müll erzählt. Auch nicht, wenn dein Onkel gestorben ist oder deine Bahn nicht fährt.
- Sollte Punkt zwei zutreffen, solltest du dich krank melden. Dann erfolgen keine weiteren Fragen.
- Es kann passieren, dass sich die Umstände unter denen deine Ausbildung stattfindet, plötzlich und unerwartet ändern. Du hast das Recht, dies stillschweigend hinzunehmen.
- Du bist Leibeigener deines Praxispartners. Wehrst du dich dagegen, wirst du bestraft. Wirst du von deinem Praxispartner schlecht behalndelt, hat die BA ein Recht auf Ignoranz.
- Es kann vorkommen, dass sich die Ausbildungsqualiät einer Berufsschule und Prüfungen einer Universität mischen. Geprüft wird was zu lernen war, nicht was gelehrt wurde.
- Es gibt zwar diesbezüglich Vorschriften, der Dozent hat dennoch das Recht, ein anderes Fach zu unterrichten als im Plan steht. Widerstand ist zwecklos.
- Es existiert ein Studentenrat. Er hat das Recht zu schweigen.
- Wenn du eine Nachprüfung nicht geschafft hast, musst du ein Gnadengesuch einreichen. Egal, ob du dazu antreten möchtest oder nicht.
- Bist du mit einem der Punkte 1-9 nicht zufrieden, steht es dir frei, dein Studium abzubrechen.
Harter Tobak. Aber wie Odysseus bin ich hochentschlossen, die Untiefen des dualen Studiums zu umschiffen und sicher im Hafen des Dipl. Inf. (BA) anzukommen. Warum sollte die Studienordnung einer Akademie auch die Befindlichkeiten der Studenten berücksichtigen. Ein Student ist eine Ziffer, seine Immatrikulation bringt Cash, der Rest ist zweitrangig. Schließlich ist ein Unternehmen des tertiären Bildungssektors nicht dazu da, der Wirtschaft Fachkräfte auszubilden…
mehr, sich zu bilden. Ob man eine Ausbildung beginnt oder ein Abitur
abschließt und dann eine Universiät besucht. Bildung ist frei, jedenfalls für freie
Menschen. Warum lernt man eigentlich in der Schule in erster Linie
Montesquies Definition von Freiheit? Der Franzose prägte den Satz “Freiheit
heißt, alles tun zu dürfen, was die Gesetze erlauben”. Klangvoll, einprägsam.
Dieser Satz verliert schnell seinen Zauber, verfasst man ihn persönlich: “Du
bist frei, wenn du das tun darfst, was wir dir erlauben.” Ergo: Du bist frei,
wenn du Sklave bist. Auf diese Weise entwickelt jeder genau die Freiheit, die
ihm zusteht, die er sich leisten kann. Alle Menschen sind gleich, nur manche
sind eben etwas gleicher als die anderen. Ein kleiner Exkurs in die Realität:
Jedem Bundesbürger steht die Chance auf eine universitäre Ausbildung zu.
Keine Frage, kann man den passenden Schulabschluss vorweisen, besteht die
Möglichkeit, an jeder Bildungseinrichtung des Staates sein Wissen zu
vermehren. Voraussetzung dafür ist ein guter IQ, eine schnelle Auffassung und
ganz nebenbei der soziale Hintergrund. Okay, eigentlich ist es egal, in welcher
Familie man groß geworden ist. Man muss sich nur die Studiengebühren,
